Von der sommer-zeit.
Soll ich o sommer dich beschreiben?
Wer fühlet deine stärcke nicht
Die offt den leib so hefftig sticht
Daß er nicht mehr bedeckt kan bleiben?
Vermehrt doch schon dein hoher preiß
Auf beyden wangen meinen schweiß.
Du bist ein bräutigam der erden
Der in der liebe sich erhitzt
Bey dem die braut entblösset sitzt
Wenn sie von dir will fruchtbar werden
Weil ihre kinder nicht dein brod
Umkommen läst in hungers-noth.
Du giebst in allerlängsten tagen
Der arbeit ihr gewünschtes licht
Erfreuest aller angesicht
An dem was bäum und äcker tragen
Läst nicht der bauren häuser leer
Ernehrst der thiere grosses heer.
Dein heu speist rinder schafe pferde
Wenn sich der winter eingestellt
Der was uns giebt dein wald und feld
Trägt auf den tisch von seinem heerde
Weil ihm sein thun nichts leget ein.
Kan deines reichthums erbe seyn.
Doch müssen dich viel ohren hassen
Wenn dein gewitter blitzt und schlägt
Die furcht in zarte hertzen prägt
Niemanden will in ruhe lassen.
Denn höret man des höchsten stimm:
Jhr sünder fürchtet meinen grimm.