Vorrede

By Georg Philipp Harsdörffer

Written 1632-01-01 - 1632-01-01

Ihr brünstig-verliebte verlobete Hertzen

Empfahet der Schäfer erfreuliches Schertzen.

Beliebet der Hirten Feldschlürffendes Klingen

Schalmeyen am Reyhen die Wette versingen.

Ihr wisset daß unsere Hütten nicht haben

Auf Stättisch mit Schminke beschmükete Gaben.

Wir bringen hier Bäurische Hirtengedichte

Bey unseren Heerden erwachsene Früchte.

Ihr werdet die Fehler vielgünstig ersetzen

Und unsere Felder euch lassen ergetzen.

Empfahet die Erstlinge hiesiges Flusses

Empfahet die Lieder gebierliches Grusses.

Erkennet hier unseren dienstlichen Willen

Den buntliche Reimen mit Wünschen erfüllen.

Das hertzliche Wünschen soll Beyden und Beyden

Gedeyen mit würklich erfolgenden Freuden.

Wir wollen euch reichere Schenkungen bringen

Wenn unsere Flöten sich höher aufschwingen.

Wann unsere Reimen besingen die Wiegen

In welchen deß Ehestands Erstlinge liegen.