Wahl und Vorbereitung

By Felix Dahn

Written 1852-01-01 - 1852-01-01

Viel Stimmen gehen durch die Welt,

Verworren sind die Zeiten:

Ein Ruf vor allen mir gefällt,

Der soll mein Leben leiten:

Heil dem, der seinem Volk sich gibt,

Dem Deutschen Heil, der Deutschland liebt.

Gar viele trachten Tag und Nacht,

In Eifersucht geschäftig:

Hat keiner was zustand gebracht,

Was groß und dauerkräftig:

Nur Eitelkeit lieh ihnen Kraft

Und eitel ist, was sie geschafft.

Wann einer von den Stürmen weht,

Wie sie ein Volk durchwittern, –

Was, glaubt ihr, daß alsdann besteht

Von diesen bunten Flittern?

„Fort“ – wird es donnern – „Tand und Spiel,

Jetzt gilt es Tat und ernstes Ziel.“

Dann Heil dem Mann, der sprechen kann:

„Mein Volk, lang harr' ich deiner!

Gib jedem seinen Posten an,

Sprich schnelle, wo ist meiner?

Und sei's das Wort und sei's das Schwert: –

Ich will es führen, deiner wert!“