Waldeinsamkeit

By Hermann von Lingg

Written 1862-01-01 - 1862-01-01

Rötlich schimmern durchs Tannengrün

Ragende Stämme der Föhren;

Fern die Berge, die duftigen, glühn,

In den Lüften läßt sich hören

Eines Falken heller Schrei,

Und summende Bienen schwärmen vorbei.

Horch, was donnert und stört den Traum

In der Friedensstille mitten?

Es fiel des Waldes höchster Baum,

Die Axt hat ihn durchschnitten –

Drüben aber am Bergeshang

Da schallt des Hirten froher Gesang.