Warnung und Wunsch

By Nikolaus Lenau

Written 1832-01-01 - 1832-01-01

Lebe nicht so schnell und stürmisch;

Sieh den holden Frühling prangen,

Höre seine Wonnelieder;

Ach, wie bleich sind deine Wangen!

Welkt die Rose, kehrt sie wieder;

Mit den lauen Frühlingswinden

Kehren auch die Nachtigallen;

Werden sie dich wiederfinden? –

„Könnt ich leben also innig,

Feurig, rasch und ungebunden,

Wie das Leben jenes Blitzes,

Der dort im Gebirg verschwunden!“