Wie die Soldaten man vor Zeiten Laut mit dem Mund:So sie jetzundErmahnet der Poe...

By August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Written 1819-01-01 - 1819-01-01

Frisch auf, ihr tapfere Soldaten!

Ihr, die ihr noch mit deutschem Blut,

Ihr die ihr noch mit frischem Muth

Belebet, suchet große Thaten!

Ihr Landsleut, ihr Landsknecht, frisch auf!

Das Land, die Freiheit sich verlieret,

Wann ihr nicht muthig schlaget drauf

Und überwindend triumphieret.

Der ist ein Deutscher wohlgeboren,

Der, von Betrug und Falschheit frei,

Hat weder Redlichkeit noch Treu

Noch Glauben noch Freiheit verloren;

Der ist ein Deutscher ehrenwerth,

Der wacker, herzhaft, unverzaget

Für die Freiheit mit seinem Schwert

In einige Gefahr sich waget.

Wohlan derhalb, ihr wahre Deutschen,

Mit deutscher Faust, mit deutschem Muth

Dämpfet nu der Tyrannen Wuth!

Zerbrechet ihr Joch, Band und Beutschen!

Unüberwindlich rühmet sie

Jhr Titul, Thorheit und Stolzieren;

Aber ihr Heer mit schlechter Müh

Mag (überwindlich) bald verlieren.

Ha! fallet in sie! ihre Fahnen

Zittern aus Furcht: sie trennen sich,

Ihr böse Sach hält nicht den Stich,

Drum zu der Flucht sie sich schon mahnen;

Groß ist ihr Heer, klein ist ihr Glaub;

Gut ist ihr Zeug, bös ihr Gewissen;

Frisch auf! sie zittern wie das Laub

Und wären schon gern ausgerissen.

Ha! schlaget auf sie, liebe Brüder!

Ist die Müh groß, so ist nicht schlecht

Der Sieg und Beut; und wohl und recht

Zu thun seind sie, dann ihr, viel müder.

So straf, o deutsches Herz und Hand,

Nu die Tyrannen und die Bösen:

Die Freiheit und das Vaterland

Mußt du auf diese Weis erlösen.