Wie die weise Güte GOttes an den mannigfaltigen Baumfrüchten zu sehen und zu sch...

By Johann Justus Ebeling

Gros ist Schöpfer! deine Güte, die uns reichlich hat beschenkt,

Dieses kan man sehn und schmeken

Was uns blos der Garten giebt,

In dem saur und süssen Obst, aus den Baum ge-

Diese Gaben sind unzählig, wenn man nur die Art

Die ein Garten voller Bäume, hie und da im Um-

Da sind Aepfel welche süß, andre welche säurlich

Beide aber können uns, deine weise Güt entdekken.

Und von diesen beiden Arten, zeiget sich ein Man-

Wenn man auf die Grösse siehet, auf die Farbe und

Einige sind dik und rund, andere sind länglicht kleine,

Einige von schroffer Haut, andere sind glatt und

Diese scheinen grünlicht gelbe; jene aber gelblicht

Und die andren sind dagegen nach dem äuserlichen

Bei der Reiffe wie ein Wachs, als wenn sie zu sol-

Eines weisen Künstlers Hand, wie mit Wachs po-

Andre sind gestricht, gestreiffet; jene sind recht spreng-

Wiederum sind neue Sorten, die halb roth, halb

Und wie Rosen in der Blüt, wenn sie an den Zwei-

Sich in holder Liebligkeit mit dem grünen Laub ver-

Unser Herze wallt vor Freuden, wenn es diese Ga-

Die des weisen Schöpfers Liebe aus den schlanken

Daraus sie im regen Saft nach des Schöpfers wei-

Jede nach bestimmter Art, in gemeßne Formen

Welche Anzahl von Gewächsen, die man sonsten

Findet man in denen Gärten, womit uns der Höch-

Auch an diesen sind zu sehn eines weisen Vaters

Und zu schmekken, wenn sie uns beim Genus erquik-

Wiederum wird unser Herze durch das Stein-Obst

Welches in den holden Funkeln unser Aug im Herbst

Da ist eine Kirschen Meng, die gleich denen Edel-

An des grünen Gipfels Kron, herrlich in die Augen

Und wenn sie die Kehle schmekket, so geniest sie einen

Der den dorren Gaum erquikket, und dem Herz Er-

Jhre Säure ist uns süß, und kan denen giergen Keh-

Jm Geschmack die Gütigkeit ihres Gebers stets er-

Hie sind Bäume voller Pflaumen, die sehr lieblich

Und mit ihren safftgen Früchten

Einige sind wie ein Gras, andre bunt, und die hin-

Sind vom Nebel blau gefärbt, wenn wir sie genau

Diese süsse Naschereien giebet auch die milde Hand,

Die durchs rege Feur der Sonnen, und durch den

Jhre Säffte kochen läßt: damit wir mit Lust ge-

Was die ewge Vatergüt läst für uns aus Holz ent-

Dort sind Bäume, schlanke Stauden, da die

Uns von neuen überzeuget von der Güte Ueberflus,

Die durch süssen Saft uns nährt, und auch weil

Ein erfrischend Nahrungs-Oel in den welschen Nüs-

Da durch die erfundnen Pressen, ihre fette Feuch-

Ausgedrükt, die bei der Speise mannigfaltig uns

Und wie herrlich ist der Nuz, und wie weise sind die

Die wir in den Sommer, Herbst und auch in den

Lasset uns die innre Güte dieser Arten nur besehn,

So muß also bald ein jeder, daß

Es hat seine Weisheit uns zur Erhaltung und zum

Auch der Bäume schöne Frucht, zu der rechten Zeit

Früchte die zur Zeit des Sommers, uns in der Na-

Sind voll eines kühlen Saftes, damit uns die Gü-

Wenn die schwüle Sonnenhiz uns auf unsre Schei-

Und der Flammen heisser Strahl unsrer Lüfte Kreis

Wenn der Gaum denn ausgedorret, und ein Brand

Werden wir durch saftge Früchte recht erquiklich ab-

Wenn wir von den Laub beschirmt, uns in stillen

Und an saftig schönen Obst unsren troknen Gaum

Alsdenn deucht mir kan man schmekken, wie der

Wenn der Saft der reiffen Früchte sanfte durch die

Alsdenn kan man klärlich sehn, wie die Weisheit

Jhr Geschenke eingericht, alles so weis zu bereiten

Als es ihren Kindern nüzet. Bricht der kalte Herbst

Da die Früchte auf den Bäumen alle in der Reiffe seyn;

So entdekt ein achtsam Herz, bei dem forschenden

Lauter Mannigfaltigkeit an den zugetheilten Seegen.

Da sind viele Arten Früchte dem Geschmakke angenehm,

Die auch gleich so roh zu essen, so bald als sie reif,

Andre sind zu herb und hart, die wenn sie ein Zeit-

Hernach erst erquiklich seyn, und recht herrlich uns

Diese sind so hart wie Steine, taugen gar zum Es-

Wenn man sie von ihren Bäumen; ob sie gleich ganz

Aber wenn man solche kocht, können sie beim er-

Einen lekkerhaften Mund giergen Appetit erwekken.

Viele von der Frucht der Bäume sind bei einem

Des darauf erfolgten Winters, für uns eine schöne Kost,

Wenn man sie am Feuer dorrt, und auf diese Zei-

Und damit an warmen Heerd seinen Körper nährt

Welche wunderbahre Güte zeigt der Schöpfer da-

Daß man seiner Liebe Gaben, so vielfältig nüzen kan!

Daraus sieht ein jeder Mensch, daß

Ein Allmächtiger und auch ein recht gütiger Be-

Der für seien Kinder sorget, ihnen reichlich Nahrung

Und indem er reichlich giebet, uns dabei auch über-

Daß die holde Mildigkeit uns bei ihren vielen Gaben,

Auch noch wolle überdem, durch ein süß Vermögen

Der geneußt des Himmels-Güte, der darin erkennt-

Und auch in dem Obste schmekket, wie der Höchste sey

Seiner Kinder zeitlich Woll, durch der Vorsicht

Das so manche Gaben bringt, zu befördern, zu er-

Wer die Baumfrucht nur geniesset, und dabei gar

Wer dieselbe uns aus Liebe zur vergnügten Lust ge-

Der ist einem Thiere gleich, das wenn es vor Hun-

Nicht den grossen Baum ansieht, nur allein die

Womit es den Magen füllet. Viele sind dem Vie-

Nähren sich mit schönen Früchten, aus den Baum

Sehen aber weiter nicht, von Gewohnheits-Schlaf

Wer damit den grünen Baum wundernswürdig

Viele die nur Fleisch dem Fleische zu der Nahrung

Und das Zugemüsse fliehen, nur an solche Tafeln gehn,

Die mit Thieren sind besezt, achten solche Wunder-

Als die Speisen die nur gut, für die Armen die geringe

Und an niedren Staube kleben: Und ihr ausgespik-

Ist ein Göze der nichts liebet, als die Opfer da im

Das gebratne Fett aufquillt, der nichts zu der Nah-

Als was an dem Feur gedorrt, und auf denen Heer-

Die er sich zu Brandaltären ausersehn, wo Fettigkeit,

Treufelt in die heissen Pfannen, und ihn in Genus

O! vergnügte Lebensart, da in denen güldnen Zeiten,

Menschen aus gesunden Obst sich die meiste Speis be-

Damahls lebte man zufrieden, da man noch die Gar-

Und das schöne Kraut vom Felde sich zur Nahrung

Wo man was die Eiter schäumt, was der Baum

Als die allerbeste Kost zu dem Nahrungsbrod ge-

Da noch keine grosse Taffeln von der Schüsseln Last

Noch auf einmahl viele Thiere, aus der Luft, und

Lebte die Zufriedenheit, meistens von den Garten

Die die Einfalt gar gekocht, als den niedligsten Ge-

Dieses waren Süßigkeiten, die der Kehle lekkerhaft,

Diese gaben gute Nahrung und dem Leibe ihre Kraft,

Kam der Honig noch dazu, den ein Heer der süssen

Aus den Thimian gemacht, aus dem Kräutern die da

Als die Quint-Essenz gesogen; so ward mit beson-

Eine Mahlzeit zu bereitet, und zum Festgelag gemacht.

Dieses war die beste Kost zu dem recht vergnügten

Da ein jeder den erhob, der ihm solche Kost gegeben.

Liebten, wir in unsern Tagen, diese süsse Lustbarkeit,

Wären wir von vielen Seuchen, die der Magen zeugt

Drum ihr Menschen eßt das Obst; seht dabei mit

Eines weisen Schöpfers Macht, schmekket seine rei-