[Wie? geht es heut denn wieder an?]

By Simon Dach

Written 1632-01-01 - 1632-01-01

Wie? geht es heut denn wieder an?

Mein, lasset mich zufrieden,

Ihr wisst, ich sey ein schwacher Mann

Vnd gern von Lust geschieden:

Daß gestrig halt ich mehr als gnug,

Ich warte meiner Sachen,

Wir müssen keinen Bier-Zech-Krug

Auß diesem Hause machen.

Wo sollt ihr mit der Kost hinauß,

Die gestern überblieben?

Last sie nur in daß Pauperhauß

Zu schicken euch belieben.

Da läufft man warlich nicht dafür,

Dieß ist zu viel den Leuten,

Grütz, Erbsen, Speck ist ihr Gebühr,

Nicht Wildpret vnd Pasteyten.

Habt ihr denn dessen Gram vnd Pein,

Die Warheit auch zu sagen,

Ich gebe meinen Willen drein

Vnd leb euch zu behagen,

Der Mein ist gut, klahr ist daß Bier,

Ich würd ein Unhold heissen,

Ließ ich auff ewre Bitte mir

Den Mantel groß zerreissen.

Indem es draussen stürmt vnd schneyt,

Daß einem möchte grawen,

Am besten, daß wir mitler Zeit

Nach warmen Stuben schawen,

Mit Freunden hie zusammen gehn,

Vom Wein vnd Tantze glühen,

Daß Instrument last höher stehn,

Die Fidel daß beziehen.

Ein solch giest-Kindelbier ist gut,

Wer deutet es zum bösen?

Wir haben hierbey vnsern Hut

Wie sonst nicht außzulösen;

Herr Bierwolff, gebt vnß offters raum

Bey Euch vnß zu ergetzen,

Wir wollen einen schönen Baum

Euch auff Johannes setzen.