[Wie lieb ich das: wenn still aus goldnen Krügen]

By John Keats

Written 1816-01-01 - 1816-01-01

Wie lieb ich das: wenn still aus goldnen Krügen

Der Sommerabend fließt und die gelinden

Weißwölkchen ruhn auf duftgeschwellten Winden,

Von trübem Denken mich hinwegzulügen;

Befreit vom Kleinlichen, in vollen Zügen

Den Glanz zu trinken, ein Versteck zu finden,

Wo Schönheit und Natur sich Kränze winden,

Und dort mein Herz zur Freude zu betrügen;

Ans heimatlich Erhabne mich zu drängen,

Dem Schicksal Milton's, Sidney's nachzuhängen,

Bis beide ernst vor meiner Seele leuchten –

Vielleicht im Liede mich hinaufzuschwingen,

Bis Melodieen mir die Augen feuchten

Und Lust und Leid in Tränen sanft verklingen.