Winter

By Joseph von Eichendorff

Written 1817-01-01 - 1817-01-01

Wie von Nacht verhangen,

Wußt nicht, was ich will,

Schon so lange, lange

War ich totenstill.

Liegt die Welt voll Schmerzen,

Will's auch draußen schnein:

Wache auf, mein Herze,

Frühling muß es sein!

Was mich frech wollt fassen,

's ist nur Wogenschaum,

Falsche Ehr, Not, Hassen,

Welt, ich spür dich kaum.

Breite nur die Flügel

Wieder, schönes Roß,

Frei laß ich die Zügel,

So brich durch, Genoß!

Und hat ausgeklungen

Liebeslust und Leid,

Um die wir gerungen

In der schönsten Zeit;

Nun so trag mich weiter,

Wo das Wünschen aus –

Wie wird mir so heiter,

Roß, bring mich nach Haus!