[Wir kommen auff die Welt befleckt]

By Hans Aßmann von Abschatz

Written 1672-01-01 - 1672-01-01

Wir kommen auff die Welt befleckt

Mit schnöder Erb-Seuch' angesteckt

Und hegen des Verderbens Samen:

Doch ist zu unsrer Reinigkeit

Ein heilsam Wasser-Bad bereit:

Diß brauchen wir auff Gottes Nahmen.

Des Vatern Gnade zum Gewinst

Des Sohnes blutiges Verdienst

Des reinen Geistes Ob-uns-schweben

(Gleichwie er sich der ersten Welt

Nach Mosis Zeugnis fürgestellt)

Wird uns durch diesen Bund gegeben.

Vernunfft die thörichte steht an

Wie Wasser so viel würcken kan

Ich geb' ihr aber zum Bescheide:

Daß Gottes Wort und Krafft mit Flutt

Verknüpfft so grosse Wunder thut

Der Glaube traut und sieht auff beyde.

Diß Wasser soll ein Denck-Mahl seyn

Uns iederzeit zu halten rein

Die Adams-Lüste zu ersäuffen

Damit ein neuer Mensch entsteh

Und in desselben Wegen geh

Der sich am Jordan selbst ließ täuffen.

Diß Heyl-Bad hat mich auch genezt

Und in des Höchsten Huld gesezt

Gantz fest in seinen Bund geschlossen.

Gott Vater Sohn und Geist verleih

Damit ich bleib und ewig sey

Gezählt zu deinen Reichs-Genossen.