Wirckung des Vergnügens.

By Barthold Heinrich Brockes

Da ietzt, im beblühmten Lentzen,

Alle Dinge herrlich gläntzen,

Und ich hier im Garten gehe,

Kräuter, Laub und Bluhmen sehe;

Hemm’ ich meinen Schritt, und stehe

Still, für Anmuth fast erstarrt.

Denn mich deucht, es zeige mir

Der Geschöpfe Pracht und Zier

Selbst des Schöpfers Gegenwart.

Seine Weisheit, Macht und Güte

Rührt mein fröhliches Gemüthe,

Und ich fühl in ihrer Fülle,

Wie, aus der, durch alle Lust

Gleichsam ausgedehnten Brust,

Andacht, Lob und Liebe quille.

Mein entflammt Gemüth wird rege,

Wann ich in der Wercke Pracht

Des, der sie hervor gebracht,

Weisheit, Macht und Lieb’ erwege.

Wie nun, wann das Hertz erquicket,

Man es äusserlich auch sieht,

Und wie ein vergnügt Gemüth

Unser gantzes Wesen schmücket;

So verhoffen Seel’ und Sinn,

Wenn ich hier auf dieser Erden

Durch Dein Werck vergnüget bin,

Dir auch angenehm zu werden.