[Wo des Schattens Fittich schwebet]Fußnoten
Written 1632-01-01 - 1632-01-01
Wo des Schattens Fittich schwebet
Ob der Auen Sommerkleid weinet zu der Winterszeit
Was in diesen Triften lebet:
Vnsrer Nymphen Wangen giessen
Trehnen gleich dem Bergkrystall und von solcher Zehren Fall
Sieht man diese Blum entspriessen.
In dem stoltzen Blumengarten
Findet man dergleichen nicht darüm hält dich mein Gedicht
Höher als die andren Arten.
Majenblümlein deine Glokken
Sind zerspaltnen Perlen gleich der sich untersteht entweich
Eins von diesen abzupflokken.
Der Nelken Purpurkleid erfreut der Augen Liecht
Ihr Ruch bestärkt das Haubt ihr Saft den Gift verjaget:
So redt der Freuden-Sinn auch aus dem Angesicht
Es schärfet den Verstand die Tugend wo sie taget
Der Laster Schlangengifft kränkt Tugendhertzen nicht.
Die Blum beliebet mir die meinen Namen saget
Die Berg- und Hügelblum von Strephon zuerkennt:
Blum und mein Ordensband mich den Montano nennt.
Wie der Bokkgefüste Pan dieses Gantze deutet an
Welt und See
Feld und Klee
Alles was man nennen kan:
Also was ein Dichter kan ist diß Gantze üm und an
Glut und Luft
Fluht und Gruft
und der Horngefüste Pan.
Weil der hufgefüste Pan Klee mit Tritten pflantzen kan
Nimt mit Ruhm
Klee zur Blum
Vnser Schäfer Klajus an.
Wann die Nymphen sich ergötzen und sie etwan in dem Hetzen
Ritzet ein ergrimmtes Tiehr
Machet was der Ritz gegossen Sammetblumen fürherschossen:
Diese Blum behaget mir.
Felder pflegen auch zu prachten
Die der Blumen Sammet stikkt und der Perlentau erqwikkt
Weide neiden die Smaragden
Dort der Bäche Silber-wall
Kreuchet nächst den Gold-kleepfaden und die Fluht an den Gestaden
Waltzet uns den Berg-Krystall.
Drüm wird niemand uns verdenken
Daß wir uns den Hürden schenken.