[Wohl dem/ der nicht im Rath der Ungerechten wandelt]

By Hans Aßmann von Abschatz

Written 1672-01-01 - 1672-01-01

Wohl dem der nicht im Rath der Ungerechten wandelt

Der nicht der Sünder Weg der Spötter Stul berührt

Der Gottes Wort mit Lust und reinem Hertzen handelt

Und sein Gesetze Tag und Nacht im Munde führt.

Der grünet wie ein Baum gepflantzet an den Bächen

Der seine Früchte bringt zu ausgesezter Zeit.

Kein rauher Wind noch Herbst kan seine Blätter schwächen

Was er beginnt geräth und was er wünscht gedeyt.

So gehts den Leuten nicht die sich vor Gott nicht scheuen

Der Grund auff dem sie stehn ist ungewisser Sand

Sie lassen sich wie Spreu und Staub durch Wind verstreuen;

Was Gold und Eisen hieß wird Koth und Wachs erkandt

Drum kan der Falschen Sinn nicht bleiben im Gerichte

Noch wer gesündigt hat bey reiner Schaar bestehn;

Denn auff der Frommen Weg scheint Gottes Angesichte

Wenn böser Leute Pfad mit Schanden muß vergehn.