Wohlgemeint wird abgelehnt

By Wilhelm Busch

Written 1870-01-01 - 1870-01-01

Knopp verfügt sich weiter fort

Bis an einen andern Ort.

Da wohnt einer, den er kannte,

Der sich Küster Plünne nannte.

Knopp der tritt durchs Gartengatter.

Siehe, da ist Hemdgeflatter,

Woraus sich entnehmen läßt:

Plünnens haben Wäschefest.

Dieses findet Knopp bekräftigt

Dadurch, wie der Freund beschäftigt.

Herzlich wird er aufgenommen.

Plünne rufet: „Ei, willkommen!

Gleich besorg ich dir zu essen,

Halte mal das Kind indessen.“

Knopp ist dieses etwas peinlich.

Plünne machet alles reinlich.

Knopp der fühlt sich recht geniert.

Plünne hat derweil serviert.

Jetzt eröffnet er das Bette

Der Familienlagerstätte.

In dem Bette, warm und schön,

Sieht man eine Schale stehn.

Nämlich dieses weiß ein jeder:

Wärmehaltig ist die Feder.

Hat man nun das Mittagessen

Nicht zu knappe zugemessen,

Und, gesetzt den Fall, es wären

Von den Bohnen oder Möhren

Oder, meinetwegen, Rüben

Ziemlich viel zurückgeblieben,

Dann so ist das allerbeste,

Daß man diese guten Reste

Aufbewahrt in einem Hafen,

Wo die guten Eltern schlafen,

Weil man, wenn der Abend naht,

Dann sogleich was Warmes hat.

Diese praktische Methode

Ist auch Plünnens ihre Mode.

„So“ – ruft Plünne – „Freund, nanu

Setz dich her und lange zu!“

Knopp hat aber, wie man sieht,

Keinen rechten Appetit.

Schnell verläßt er diesen Ort

und begibt sich weiter fort.