[Wol mir/ so seh ich dich/ du klares Nymphen-Bad]Fußnoten
Written 1632-01-01 - 1632-01-01
Wol mir so seh ich dich du klares Nymphen-Bad
Du Haus der Najaden so seh ich wieder fliessen
Dich Weltbeschreiten Strand von dem ich ward gerissen.
Ihr Himmel euch gebürt der Dank für diese Gnad
Der Dank daß mich bißher unschadhaft trug der Pfad
Daß euer Schutz mich wolt für Vnfall sicher wissen.
Vnd du berümter Fluß nimm dieses mein Begrüssen.
Du bist es der mich erst so wol bewirtet hat
Du bist es du allein der meiner hat gepflogen
Als meine Kindheit noch an Brüsten ward erzogen:
Wo aber bleibt die Pflicht mit der ich dir verpfändet?
Min Leben lebt ja dir das ich dir schuldig bin.
Gieb was du hast Strephon mit Schäffeln zugewendet
Dann nimm von meiner Hand viel tausend Lieder hin.
Ihr Felder dieses Orts ihr Kleebereichten Brachen
Ihr Auen meine Lust wie hoch hat euch beglükkt
Euch Strephons grosser Geist der bunte Reimen stikkt
Der euch oft anvertraut voll Witzes Hirtensachen.
Du Linde kanst nun wohl in deinen Zweigen lachen
Weil Strephons Kunst-Gebänd von deinen Rinden blikkt.
Es wird dein Lentzenzelt von lieber Luft erquikkt
Noch sprech ich daß bey dir gelehrte Winde wachen.
Gebt her ihr Lüfte das womit Er euch begabt
Schenkt was er euch geschenkt was ihr besitzt und habt
So werd ich solches euch mit Wucher wieder senden.
Hinfort wann meinen Wunsch ein Schluß der Sternen hält
Werd ich besuchen oft ihr Felder eure Welt
Dann lasst sich euren Schatz zu meinen Sinnen wenden.