[Wol mir/ so seh ich dich/ du klares Nymphen-Bad]Fußnoten

By Georg Philipp Harsdörffer

Written 1632-01-01 - 1632-01-01

Wol mir so seh ich dich du klares Nymphen-Bad

Du Haus der Najaden so seh ich wieder fliessen

Dich Weltbeschreiten Strand von dem ich ward gerissen.

Ihr Himmel euch gebürt der Dank für diese Gnad

Der Dank daß mich bißher unschadhaft trug der Pfad

Daß euer Schutz mich wolt für Vnfall sicher wissen.

Vnd du berümter Fluß nimm dieses mein Begrüssen.

Du bist es der mich erst so wol bewirtet hat

Du bist es du allein der meiner hat gepflogen

Als meine Kindheit noch an Brüsten ward erzogen:

Wo aber bleibt die Pflicht mit der ich dir verpfändet?

Min Leben lebt ja dir das ich dir schuldig bin.

Gieb was du hast Strephon mit Schäffeln zugewendet

Dann nimm von meiner Hand viel tausend Lieder hin.

Ihr Felder dieses Orts ihr Kleebereichten Brachen

Ihr Auen meine Lust wie hoch hat euch beglükkt

Euch Strephons grosser Geist der bunte Reimen stikkt

Der euch oft anvertraut voll Witzes Hirtensachen.

Du Linde kanst nun wohl in deinen Zweigen lachen

Weil Strephons Kunst-Gebänd von deinen Rinden blikkt.

Es wird dein Lentzenzelt von lieber Luft erquikkt

Noch sprech ich daß bey dir gelehrte Winde wachen.

Gebt her ihr Lüfte das womit Er euch begabt

Schenkt was er euch geschenkt was ihr besitzt und habt

So werd ich solches euch mit Wucher wieder senden.

Hinfort wann meinen Wunsch ein Schluß der Sternen hält

Werd ich besuchen oft ihr Felder eure Welt

Dann lasst sich euren Schatz zu meinen Sinnen wenden.