Wunsch eben deßelbigen

By Catharina Regina von Greiffenberg

Written 1647-01-01 - 1647-01-01

Komm schönster Seraphin berühre meinen Mund!

mich woll der Flammen-Fluß die Gottes weißheit tränken:

daß ich was würdigs kan zu seinem Lob erdenken

daß alle Lieblichkeit mich netze diese Stund.

auf daß das höchste Gut aufs höchst' ich preißen kund

wollst Höchster Safft und Krafft Geist Witz und Blitz mir schenken.

Ich will mich in die See der Gnaden Mänge senken

weil in der Gottheits-Sonn' ich doch zerschmelzung fund'.

Ach aller Ehren Zweck! laß mich mein Ziel erreichen

dein Lob! ich lebe nur wann dieses in mir lebt.

laß mein dich preißend Werk der Pharus Fackel gleichen

die schiffend auf der Flut man herrlichst siht erhebt:

daß in der Schnödheit ich mach deinen Ruhm erschallen

mit Herzen Mund und Hand ja kurz in-und mit allen.