Wunsch-Gedanken / in Anschauung des Gestirnten Himmels

By Catharina Regina von Greiffenberg

Written 1647-01-01 - 1647-01-01

Du schöne Sternen Stadt! wann werd ich dich bewohnen?

wann wird zwar unverdient Saturnus unter mir

und meinen Füssen stehn mit seiner Kinder Zier?

wann werd' ich frölichst seyn dort bey dem Chor der Thronen

geziert mit Klarheit-Pracht und Gottes Strahlen Kronen

die ich schon glaubend sih und gwiß verhoffe hier?

du andern schröckliche mir aber süsse Thür

du Himmels-Portner Tod darffst meiner nicht verschonen:

gar gern verzeih' ich dir dein tödten das belebt.

nur feige Herzen sich vor dir erschrocken zeigen.

Wann Himmels-Herzheit herrscht muß Furcht und Blödheit schweigen.

Kein Fahr noch sterben acht wer nach was hohes strebt.

Ein weiches Blätlein nur kein fester Felse bebt.

Tod! dein vernichten muß zu Engels-Art erzweigen.