Wunsch im Herbst zur Saat-Zeit.

By Barthold Heinrich Brockes

Gott Lob! der Acker ist gepflügt, der Saame wieder

ausgestreut

Bey einer guten Witterung, zu einer recht bequehmen Zeit.

Die Furchen sind, da man geeget,

Gefüllet wieder zugeleget,

Die sanfte Saat bedeckt, und unser Feld

Aufs neue wiederum bestellt.

Man sieht, da es so zubereitet,

Die Fläche sonder Lust nicht an,

Wenn auf der braunen ebnen Bahn

Das Auge, sonder Anstoß, gleitet.

Die Hoffnung fängt schon an zu blüh’n,

Aus der nunmehr beschloßnen Arbeit den künftigen Ge-

nuß zu zieh'n.

Da aber, HErr! an Deinem Segen

Es alles bloß allein gelegen;

So gieb, durch früh- und spaten Regen,

Durch Sonnenschein zu rechter Zeit,

Zu der erwünschten Fruchtbarkeit,

Und reichem Wachsthum, Dein Gedeyen,

Daß wir der reichen Erndt’ uns freuen,

Und, mit erkenntlichem Gemüht, Dir herzlich dafür dan-

ken mögen!