XxVI. An Lucinden.

By Andreas Gryphius

Was ist der zarte Mund? ein Köcher voller Pfeile

Durch die manch weiches

Der Augen heller glantz wird flammen gleich geschätzt

An welchen jeder sich verbrennt in kurtzer weile.

Die wunderschönen Haar sind feste liebes seile

Wer durch der Stirnen glantz nicht wird in euch verhetzt;

Wer sich den Lilien der

Muß doch gewertig seyn daß jhn die Hand ereile.

So sprecht jhr vnd ist war wer vol von zunder steckt

Wird leicht zu böser lust vnd ewrer lieb erweckt

Man kan zu

Wer aber bey sich selbst was jhr für löblich acht

Ew’r mehr denn falsches hertz’ vnd schwartz gemüt be-

tracht.

Denglaubt mir werdet jhr Lucinde nicht entzünden.