Zu der Ridder - und Mahnerischen Hochzeit-Feyer Gratulirte durch Folgendes.

By Johann Georg Gressel

Jhr Tichter deren Geist der Himmel selber treibet

Wenn er durch heilges Feur bläst eure Sinnen an

Sagt da ihr offter mahls von Liebes-Flammen schreibet

Womit man sie zuletzt noch wol vergleichen kan?

Der eine sagt es sey ein Zucker vor die Seelen:

Ein ander aber nennt sie der Gemüther Band.

Der heist sie einen Grind der nicht wol zu verhelen:

Und dieser spricht sie sey nichts als ein heisser Brand.

Allein ihr irret noch ein einger hats getroffen

Der sagt daß sie mit recht dem Jäger-Garne gleicht

Darinn schon manches Wild vergnügt hinein geloffen

Wenn es der schlaue Fleiß des

Der

Dabey der Augen-Blitz die erste Lock-Pfeiff’ ist.

Die Körner sind alsdann der Erden falsche Güter

Woran sich mancher Mensch mit Lust zu tode frist.

Die Stangen sind hieran die Regungen des Blutes

Wo bey so Jäger als auch Wildpret wird gerührt

Er ist bey selbigen vergnügt und gutes Muhtes

Da dieser Witterung sein Vogel nachgespührt.

Allein dis alles hilfft noch nichts vor hohe Sinnen

Bey denen muß allein die Tugend-Jäger seyn

Das Steck-Garn das Vertraun so kan hier nichts entrinnen

Denn alles laufft mit Lust in diese Lappen ein.

Und diese Tugend ist bey ihm das Garn gewesen

Herr Vetter darinn er vorlängst dis Wildpret fing

Daß dieses Garn allein zu seinem Fang erlesen

Ob gleich sonst manches Netz ihm um das Lager hing.

Die frisch belebte Stirn die weiset sein Gemühte

Helenens Brüder sind daran verliebter Blitz

Der Wangen Purpur zeugt von seiner Seelen Güte

Auf der beschneeten Brust hat

Jedoch ich will nicht mehr verblühmt und dunckel schreiben

Es ist mit einem Wort die schöne

Ich wünsche nur da mich Pflicht und Gehorsahm treiben

Nehmt aus des Höchsten Hand viel tausend Seegen hin.