Zu Römisch- Hungarisch-Königl. Vermählung/Glückwünschendes Europa

By Hans Aßmann von Abschatz

Written 1672-01-01 - 1672-01-01

O Himmel kläre dich zeuch deine Wolcken ein!

IRENE kömmt herbey mit göldnen Friedens-Schätzen

Des Großen JOSEPHS Thron und Reiche zu ergötzen.

O Himmel kläre dich mit hellem Sonnenschein!

Laß ihr auff sanffte Bahn Narciß- und Rosen schneyn!

Zur Friedens-Unterschrifft sieht man die Feder netzen

So bald sie kan den Fuß auff deutsche Gräntzen setzen:

Soll nicht AMALJA die Friedens-Göttin seyn?

Komm holde Königs-Braut! es eilet mit Verlangen

Der Held von Oesterreich IRENEN zu empfangen:

Der treuen Länder Wunsch begleitet ihn zu dir.

Es schallet durch die Lufft daß JOSEPH und IRENE

Glück Segen Wonn und Heyl in langem Leben kröne!

So bricht die göldne Zeit der Welt auffs neu herfür!

Kommt Helden-Töchter kommt last in die Wette hören

Womit ihr seyd bereit

Die Hoffnung unsrer Zeit

Des Großen LEOPOLDS Sohn JOSEPH zu verehren.

Ich weil Europens Haubt sich auff mein Küssen leget

Will erst an Reyhen gehn.

Ihm soll zu Dienste stehn

Was eine fremde Welt und Goa seltnes heget.

Was bringt Iberien zu seinem Doppel-Throne?

Pactol und Peru führt

Was ihm zum Zins gebührt;

Darzu den besten Stein aus meiner theuren Krone.

Stein Silber gelbes Marck der Berg' ist zu geringe:

Der große Held verdient

Mit dem mein Hoffen grünt

Daß man ihm zum Geschenk ein ander Opffer bringe.

Der wohlgeneigte Sinn ist offt zu schwach an Kräfften:

Was thut denn Albion?

Ich will an seinen Thron

Orangen und Oliv' an Palm und Lorbern hefften.

Was hab ich rauher Nord dem Helden zu gefallen

In meinem Eigenthum?

Zu mehren seinen Ruhm

Durch neuen Glantz und Schein verehr' ich Berg-Crystallen.

Was ich dir Würdiges für andern könne zeigen

Ist wohl nicht viel bey mir:

Doch König bleibet dir

Der Dänen offner Sund und Hertz auff ewig eigen.

Mein Bley ist viel zu schwer in Oesterreich zu führen

Mein Saltz und Wachs zu schlecht.

Doch steht das alte Recht

So wird noch Haubt noch Glied die alte Gunst verlieren.

Wolt ich Siberien von Zobeln gleich entleren

Was brächt ich Würdigs dar?

Genung daß ihm ein CZAAR

In seiner eignen Burg muß Lieb und Hold gewehren.

Die Meinung ist wohl gutt die ein- und anders führet;

Doch bildt euch Kinder ein

Diß wird eur Glücks-Stern seyn

Und dencket nach daß noch was anders ihm gebühret.

Mein JOSEPH schaue nicht nach weit-geholtem Wesen

Daß der und jener rühmt.

Was seinen Jahren ziemt

Hab ich ihm aus der Schos der Weser ausgelesen.

Die Käyser waren ja gewohnt bey mir zu wohnen:

Ich sehe noch für ihn

In meinen Lande blühn

Der Königs-Kertzen Zier die Pracht der Käyser-Kronen.

Kommts auff die Blumen an so bleib ich nicht dahinden:

Wie manches Fürsten Hand

Vom Po- und Weser-Strand

Ließ ihm den liebsten Krantz in meinen Gärten winden!

Eur schlauer Geist erräth wohin mein Rätzel zielet!

Doch weil mein eigen ist

Was JOSEPH hat erkist

So ist der Danck für mich gewonnen euch verspielet.

Ist nicht die Helden-Blum aus Franckreich her entsprossen?

Vom Stocke fremder Art:

In Gallien gepaart.

Doch daß von Welschem Blutt an seinen Stamm geflossen.

Ich lache daß sie sich um fremde Blumen zancken.

Wer Guelffens Felder kennt

Die Necker-Wisen nennt

Der suchet sie gewiß nich ausser meinen Schrancken.

Die schönste Weser-Blum ist dein o Deutschland eigen.

Der Deutschen Donau Strand

Wird nun ihr fester Stand:

Daselbsten wird ihr Glantz zu voller Blüte steigen.

Blumen welche Braunschweig giebt

Solln auff Pannons Auen blühen?

Blumen welche JOSEPH liebt

Sollen neue Blumen ziehen!

Blumen meiner Nieder-Sachsen

Sollen biß an Stambol wachsen!

Lasst uns einen Blumen-Krantz

Dem vermählten JOSEPH binden

Ob gleich aller Blumen Glantz

Muß für seiner Blume schwinden!

Was die Glückes-Inseln tragen

Soll sich ihn zu zieren wagen.

Seht hier seyn schon ausgespreit

Tubecosen und Jeßminen!

Meine Liljen seyn bereit

Seine Scheitel zu bedienen.

Roßmarin und frische Myrten

Schmückt den großen Völcker-Hirten!

Nehmt der fetten Trifften Klee

Und die Blüten göldner Früchte!

Was auch unter Eiß und Schnee

Blühet bring ich zu Gesichte.

See-Blum um den Belt entsprossen

Soll auch nicht seyn ausgeschlossen.

Von der nahen Tartarey

Will ich meinen Borez senden.

JOSEPHS edle Schäferey

Mehre sich an allen Enden!

Draus die Bienen Honig saugen

Leg' ich für des Helden Augen.

LEOPOLD den werthen Sohn

Siehst du izt mit Lust vermählen.

Laß dich GOTT auff deinem Thron

Noch viel Enckel von ihm zählen!

Die getreuen Länder ruffen:

GOTT bestättig' unser Hoffen!

Brachtst du unserm Oesterreich

Große Käyserin den Segen

Dieser soll sich auch zugleich

Deinem Sohn zur Seite legen

Und von JOSEPHS schönem Bronnen

Komme Deutschlands Heyl geronnen!