Zueignungs-Schrifft an Jhr Hoch Fürstl. Durchl. PoetFußnoten

By Johann Klaj

Written 1636-01-01 - 1636-01-01

Die Sonne gieng Berg- ab mit jhrem Flammen-Wagen

Man sah sich Lust mit Lust mit Freude Freude jagen

Das frohe Volck der Welt schnidt führte Garben ein

gieng Wild und Vogeln nach brach Aepffel lase Wein

und was der Feldlust mehr; Als nechst deß Meeres Schaume

im fremden Norden Land schlug auß Rupertens Baume

ein neubearünter Zweig; Ein Zweig von Helden art

dadurch das Himmel Hauß in Freud gesetzet ward

und auch das Erdenrund. Es war im Sternenhimmel

ein neues Freuden Fest ein neues Festgetümmel

der Erdbau folgte nach und stimmte lustig ein

es musten Land und Sand und Wasser frölich seyn

da sonst alls frolich ist. Der grosse Bundes-Engel

beschrieb das Engelvolck das Volck das sonder Mängel

der Hoffart standhafft blieb; es funde sich im Saal

der Flügelträger Schar in ungezehlter Zahl.

Deß Ober-Feldmarschalcks Michaels Partisane

war Lorbergrün ümlaubt; in Gabrielens Fahne

war trefflich eingewürckt mit Gold die Drachen-Schlacht

Fürst Vriel bracht Liecht das auß Nacht Tagliecht macht.

Fürst Raphael stund da mit starcken Spetzereyen

die tödten Noth vnd Tod. Der Engel Reitereyen

Sich schwungen ab vnd auff; Zebaoth St! fieng an

Still es würd alles still im blauen Himmelplan:

Den Printzen dem ich Glieder Stickwerck habe

bißher gewirckt im Lebendigen Grabe

den hab ich heut gebracht auff diese Welt

und euren Dienst auf seinen Dienst bestellt.

Jhr werdet Jhn jhr Engel auf mein Sagen

zu Meer und Land auf euren Händen tragen

Er wird wie ihr vollführen mein Geheiß

drüm gebet Jhm Liecht Sieg Krafft Lebens Speiß.

Es ist der Printz auß Ruperts Stamm geboren

den meine Welt zum Käiser außerkoren

Ein kluger Mann von Leibsgestalt zwar klein

doch Sinnen-groß sein Augenheller Schein

war Majestät deß Guten sanffter Schlichter

deß Bösenthuns ein Straferzürnter Richter

nach meinem Wort; Printz Rupert war ein Mann

an dem ein Fürst ein Beyspiel nemen kan.

Er hat mein Hauß zum heilgen Geist erbauet

das Heydelberg mit seiner Schul noch schauet

hat selbe Kirch recht Kaiserlich beschenckt

in der Er ruht mit Lobspruch eingesenckt.

Ich hab den Zweig von Rupert eingeschrieben

mit Karols Nam als der mein Volck getrieben

zum Christenthum; Es wird der Christen Held

Wie Gustav thun was Christen wolgefällt.

Drüm werdet jhr jhr Engel auf mein Sagen

deß Ruperts Zweig auf euren Händen tragen.

Darauf ward voller Freud das gantze Sternenhauß

der Himmel Himmel war voll Freuden auß und auß.

Man sah der Geister Volck auß Demut-tieffer schwimmen

im leeren hin und her die güldnen Flügel krümmen

gehorsamlich zu seyn; ein jeder willig geht

den Engel-Printzen und den Printz zu Diensten steht.

Der Himmel musicirt mit Engel-Melodeyen

man höret durch und durch das Engelfrohe Schreyen

Gustav Karl Karl Gustav der grüne für und für

in jhm deß grossen Karls und auch Gustavens Zier.

Bevor so höret man in vieren Himmelseiten

vier Engel überlaut mit singen künstlich streiten

ein jeder beut sich an mit seiner Dienstbarkeit

man ist mit Sieg mit Liecht mit Safft mit Krafft bereit.

Ich Michael geb Sieg; Es sol der Printz im kriegen

wann es von nöthen thut der Feinde Heer besiegen

durch meine Hand die siegt wird siegen seine Hand

Jhm wird zu Diensten stehn das Meerümflossne Land;

Im Kriege wird Jhm Sieg mit Vbermannen leiten

Im Friede wird Jhm Fried mit Wolergehen gleiten.

Ich waffne seine Faust zur Helden Dapfferkeit

daß Er vollbringen soll deß Herren heilgen Streit.

Er wird mit Gottes Stärck frisch durch die Schlachten dringen

als wie ein leichtes Reh auch über Mauren springen;

Ich führe seine Hand zum strengen Streiten an

daß sie auch Bogenstahl wie Stroh zerbrechen kan.

Ich Gottes Liecht will Jhn in tunckelbraunen Zeiten

mit hellem Gottes Liecht durch alles Schrecken leiten

Sein Lebens Weg und Steg soll voller Liechter seyn

Er wird ohn Finsternuß außgehen gehen ein.

Vnd wann er einsten soll durch Todesschatten ziehen

will ich mit meinem Liecht nicht von dem Printzen fliehen.

Er soll nach Adlers art gewinnen neue Kiel

sich schwingen Himmel an durch neues Federspiel;

Ich Gottes Artzt ich wil Jhm Gottes Balsam bringẽ

daß sich sein Alterthum in Jugend soll verjüngen.

Es soll sein hohes Glück in vollen Wachßthum stehn

Sein Lassen vnd sein Thun nach Hertzenswuntschen gehn.

Das Erdrund hörte diß und rief mit frohem Munde:

Willkommen Erden Gott von Gott zu guter Stunde

Es muste Meer und Fisch im Meere lautbar seyn

Es stimte Wald und Wild im Wald froh überein.

Man sahe sich die See mit Wellen-schwellen heben

die Wunderfrohe Welt viel Freudenzeichen geben;

Die Springflut ruffte laut: Der Herbst vermehrt das Feld

Gustav erfreut verneut ernehrt vermehrt die Welt.

So sang der Engel Chor auf Anbefehl deß Alten

bey Gott und Engel ist Versprechen schon gehalten.

Michael gibt jhm Sieg Fürst Gabriel gibt Krafft

Fürst Vriel gibt Liecht Fürst Raphael gibt Safft

der langsam sterben läst. Zehn Tausend Engel stehen

Zehn mal zehn Tausend Par mit jhm zu Segel gehen

Es wachet über Jhn die gute Geister Schar

daß jhm kein Wurm noch Sturm ein Härlein krümmen kan.

Hier hier ist Michael kein Feind darf sich mehr wagen

der Drach und seine Wach sind biß aufs Haubt geschlagen;

Diß saget Jhm O Lust der gantzen Christenheit

den er hier reimend list der Engel-Drachen Streit.

Er Hochgeborner Fürst werff auf diß mein Gedichte

nach Weltberuffnem Lob sein Gnaden-Angesichte

das niemand traurig macht und dencke doch dabey

daß was gedichtet ist nicht ein Gedichte sey.

Ich will sonst anderweit beloben seine Gaben

dadurch der Himmel selbst Jhn Himmel hoch erhaben

Gott-Menschbeliebter Printz; Nechst andrer seiner Zier

Wird auch der Verse Gunst den Sternen stralen für;

Noch besser wird es thun der Früchte-bringer Orden

(in dem Er hoher Fürst ein hohes Mitglied worden)

mit einem Fürsten-Lob das von dem Himmel kömmt

und Fürsten widerüm mit Lob in Himmel nimmt.