Zufällige Gedanken, wie es stark schneiete.
Wenn ich das schwärmende Gewirre von nicht zu
zehl'nden Theilen Schnee,
Getrieben durch verschiedne Winde, wild durch einander
fliegen seh,
Und, mit unordentlichem Drang, von Millionen Orten
eilen,
Doch all' herabwerts fallen schau; fällt mir bey ihren
Wirbeln ein:
Welch ein entsetzliches Gemisch muß von des ersten Chaos
Theilen,
Wie aller Meer' und Erden Stoff sich durch einander
hergelenkt,
Und zum gemeinen Mittelpunct sich überall herabgesenkt,
Auf ihres Schöpfers Allmacht-Wort, im Augenblick ent-
standen seyn!
Es schwindelt der beherztste Geist, er stutzt, er weiß sich
kaum zu lassen,
Noch von den recht entsetzlichen Bewegungs-Kräften was
zu fassen,
Erstaunet ob der Theile Menge, doch bleibet ihm die Kraft
allein,
Die Allmacht-Kräfte zu bewundern, die sich in nichts so
deutlich weisen,
Als, in so greulicher Verwirrung, dennoch ein’ Ordnung
auszufinden,
Und das, was nicht verbindlich scheint, so wunderbarlich
zu verbinden,
Wahrhaftig wohl ein würd’ger Vorwurf, in tiefer Ehr-
furcht, GOtt zu preisen!
Damit nun dieses öfterer, zu GOttes Ruhm, von mir
gescheh,
Soll mich, so oft ich die Verwirrung so ungezählter Theil’
im Schnee,
In wild- und flüchtiger Bewegung, von oben abwerts
fallen seh,
Es mir zu einem Lehrbild dienen: So oft sie schnell herab
sich senken,
Will ich an GOttes weise Macht, im
Schöpfung, denken.