Zugleich gelb- und rohte Rosen.
Indem ich jüngst, in Amts-Geschäften, im fruchtbaren
Billwerder fahr
Und, nebst dem treflichen Stampeel, des Rahts und Ham-
burgs Zier und Ehre,
Des Frühlings Wunder-Glantz besehe; werd’ ich von un-
gefehr gewahr,
Wie von bestralten bunten Blumen ein funckelnd gelb-
und rohtes Licht
Durch dicht-verwachsne Hecken bricht.
Wir halten still, und schicken hin, von diesen Blumen,
die wie Kolen,
So man erst angefachet, glimmten, uns einige herbey zu
holen,
Die uns der Land-Mann willig gab;
Er schnitt mit seinem schnellen Messer verschiedne grosse
Sträucher ab.
Wie man uns nun dieselbe brachte, erschracken wir für
neuer Freude
Bey diesem unverhoften Blick, und für Verwundrung,
alle beide,
Indem wir eine neue Art von Rosen, welche wunderschön
So wol an Form, als Farb und Glantz, und welche wir
noch nie gesehn
Recht ungemein gerührt erblickten. Den roth- und weissen
Rosen-Strauch
Die wilden Rosen, gelben Rosen, und andrer Rosen Arten
auch
Hab ich bewundert und beschrieben. Hier, dacht ich, will
in neuem Schein
Der grosse Schöpffer aller Dinge bewundert und verehret
seyn.