Zweyhundert und fünfzehntes Sonett.

By Francesco Petrarca

Written 1339-01-01 - 1339-01-01

Ich lausch' und kann doch Kunde nicht erlangen

Von meiner süßen Gegnerinn Beginnen;

Noch weiß ich, was ich sagen soll und sinnen,

So wiegt das Herz in Hoffnung sich und Bangen.

Schon Einigen hat Schönheit Weh verhangen;

Schöner ist sie, als All', und keuscher innen;

Vielleicht daß Gott so Reine trug von hinnen,

Daß sie ein Stern am Himmel sollte prangen,

Ja eine Sonne; drum mit langen Leiden

Und kleinen Rasten muß mein Leben gehen

Zu Ende nun. Warum, o hartes Scheiden,

Hältst du so ferne mich von meinen Wehen?

Vollbracht sind meines Schauspiels kurze Freuden,

Auf halbem Weg zum End' ich schon ersehen.