[Zweymal ist der Schnee zerflossen]Fußnoten
Written 1632-01-01 - 1632-01-01
Zweymal ist der Schnee zerflossen
Zweymal hat des Schnitters Hand
Von dem Akker Korn entwandt
Zweymahl hat man Most genossen
Seit daß ich an diesem Fluß
Gab der Lust den ersten Gruß.
Seither ist mir nicht zerronnen
Seither nichtes meiner Heerd
Die auf fettbegraster Erd
Augenblikklich Saft gewonnen:
Mein sehr muntrer Feldgesang
Mehrte dieser Felsen Klang.
Nun mich rufft ein Scheidbeginnen
Vnd des Himmels hoher Raht
Nun mich trägt der grüne Pfad
Der mich mehrmahls trug von hinnen
Sprech ich ach! das letzte Wort:
Gute Nacht! Ich reise fort.
Grünet fort ihr bunten Auen
Die ich meiner Heerde Kost
Vnd der matten Glieder Trost
Pflegte freudig sonst zu schauen
Eure Zierde müsse nie
Missen ihres Wachstums Blüh.
Dich auch Silberklares Fliessen
Das mir Hertz und Geist erfrischt
Vnd oft Weid und Lust gemischt
Dich gesegn' ich mit Verdriessen
Dich hab diesen Wunsch noch dir
Färbe nimmer Mordbegier.
Vnd ihr treue Nebenhirten
Denen war mit mir gemein
Hürde Weid' und Schäfelein
Lebet froh bekräntzt mit Myrten
Lebt und liebet euren Sinn:
Ich ach! wandre von euch hin.
Gute Nacht ihr Parnassinnen
Leitstab meiner Geistespur
Nymfen meines Durstes Cur
Gute Nacht ihr Schäferinnen
Spricht der Mund schon Scheidewort
Bleibt mein Hertz doch an dem Ort.
Gute Nacht ihr holden Felder
Gute Nacht so manches Thal
Berge Bächlein allzumahl
Gute Nacht ihr Schatten-Wälder
Werd' o höchstbeziertes Land
Werde fort mehr Weltbekand.
Ich ich will dein Lob erheben
weil mein Schäfer-pfeiffsakk stimmt
Vnd in mir ein Flämlein glimmt
Weil ein Fünklein Seel wird leben
Weil dein Wasser Sudwarts rauscht
Vnd dein Vfer Schatten tauscht.