5.

By Johann Klaj

Written 1636-01-01 - 1636-01-01

Die muhtigen Geister die recht jhr eigen sind

Können nie gehalten bleiben

Sie streben und machen selbst jhnen guten Wind

Ihre Segel fortzutreiben

Die würblichen Wellen das Wetter-macht-gestürme

Die grüftigen Klippen das wilde Meer-gewürme

Vnd alles was sich widersetzt

Vnd alles was vns sonst verletzt

Kan den Lauff nicht hemmen

Noch die Fahrten dämmen.

Daß hurtige Wesen das vnser Clajus treibt

Gehet so ohn alles Wanken

Die trefflichen Arten und Werke die er schreibt

Vberlauffen alle Schranken

Die würtliche Faust die Fertigkeit der Zungen

Die wakkern Geberden nach Redners-brauch gezwungen

Vnd alles was er klüglich dicht

Vnd alles was er künstlich spricht

Giebet Sprachen-lehre

Vnd vns Teutschen Ehre.

Er hat es errungen den ersten Preiß erlangt

Teutschland wird nun Redner haben;

Was hilfft es euch frembden das jhr mit Wörtern rangt?

Vnsre Sprach hat beßre Gaben

Ihr schwätzigen Römer jhr wolberedten Griechen

Ihr glatten Frantzosen nun mögt jhr euch verkriechen

Vnd die jhr hönisch uns verlacht

Vnd die jhr vns gering geacht

Ihr werdet nun gestehen

Daß wir euch gleiche gehen.

Du Krone der Städte der Edlen Franken Pracht

Nürnberg du wirst hier genennet

Befördre diß Wesen das dir schon Ruhm gemacht

Die Bahn ist keinem noch verrennet;

Der Handel ist leicht: Dein Dillherr stimmt die Säiten

Der Spielende spielt man hört ihn auch von weiten

Vnd dein gelehrter Vogel singt

Herr Clajus schöne Reimen zwingt

Man wird auf vielen Chören

Dein Ruhm-Gerüchte hören.