10.

By Ernst Moritz Arndt

Written 1814-01-01 - 1814-01-01

Es lebt ein Geist, durch welchen alles lebt,

Durch den die Sonne kreist,

Der Blumenbusch die goldnen Köpfchen hebt,

Den Lenz der Vogel preist;

Durch den das Menschenherz, das Wunderding,

Vor eignen Wundern bebt,

Wann er es mächtig zu dem Sonnenring

In tiefster Sehnsucht hebt.

O Geist der Geister, knieend bet' ich an,

Was keine Zunge spricht;

Zieh, ew'ges Licht, den kleinen Funken an,

Er will zu deinem Licht.

Er floß vom sel'gen Götterlande aus

Herab zur Erdenflur

Und sehnt sich ewig nach dem Sonnenhaus,

Nach himmlischer Natur.

O Geist der Geister, trage mich empor!

Und mache ganz mich dein!

Es ist mein Vaterland, was ich verlor:

Der Himmel ist ja mein.